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Ferment-Wissen · Tee-Pilz-Getränk

Kombucha

Süßer Tee, ein Teepilz (SCOBY) und etwas Startflüssigkeit: Bakterien und Hefen bauen den Zucker in Säure und Kohlensäure um. Eine Gärung im Glas (F1), dann die Veredelung in der Flasche (F2).

SCOBY züchten 1. Fermentation 2. Fermentation

Zeitfenster & Temperatur

Die erste Fermentation braucht bei Zimmertemperatur 7–14 Tage. Ab Tag 5 kostet: Alle 1–2 Tage mit einem sauberen Strohhalm probieren und abfüllen, sobald die Süße-Säure-Balance passt. Die Uhr ist eine Richtgröße — der Geschmack entscheidet.

TemperaturBereichWirkung auf die Gärung
Kalt< 15 °CGärung stockt nahezu — nicht unter 18 °C stellen.
Halbkalt15–18 °CDeutlich langsamer, mehr Hefe als Säure.
Okay19–22 °CLeicht verlängerte Gärzeit.
Optimal23–26 °CNormalgeschwindigkeit, ausgewogenes Säurebild. Alle Faktoren = 1,0.
Warm27–30 °CSchnell, aber hefig — öfter kosten.
Heiß> 30 °CZu schnell und unausgewogen; Schattenplatz suchen.

Die vier Stadien im Glas

FrühTag 1–3 — süß, wenig Säure
MittelTag 4–7 — ausgewogen
FertigTag 8–10 — bereit zum Abfüllen
ÜberfermentiertTag 11+ — sehr sauer, essigartig
Nicht rühren

Rühren reißt die Kelchschicht (Pellicle) ein. Der Pellicle ist nur das Dach — die eigentliche Arbeit machen Hefe und Bakterien in der Flüssigkeit. Ruhig lassen genügt.

Rezepte

Beide Rechnungen öffnen am Basisvolumen des Rezepts. Die Dosierungsregeln dahinter: 60–90 g Zucker pro Liter, 10–20 % Startflüssigkeit, echter Tee ohne Öl-Aromen.

Grundrezept — Schwarzer Tee

F1 · 7–14 Tage
Glasvolumen
    Flüssigkeit gesamt

    Zweite Fermentation — Fruchtsaft

    F2 · nach Geschmack
    Flaschenvolumen
      Flüssigkeit gesamt
      Ablauf

      Saft unter den fertigen Kombucha rühren, in Schraub- oder Bügelverschlussflaschen füllen, 2–4 Tage bei Raumtemperatur stehen lassen, täglich kühlen. Sprudelt es genug: in den Kühlschrank — dort pausiert die Gärung fast vollständig.

      Druckgefahr

      Ingwer, Honig und Traubensaft treiben die Kohlensäure schnell hoch. Flaschen täglich kurz öffnen (Druck ablassen), bevor sie zischen — besonders in warmen Wochen.

      F2 — so zeigt sich die Kohlensäure in der Flasche

      Frisch abgefülltTag 0 — Saft dazu, noch keine Kohlensäure
      Süß & stillTag 1 — erste Bläschen, sehr süß
      Perfekt spritzigTag 2–3 — feine Perlage, ausgewogen
      ÜberkarbonisiertTag 4+ — hoher Druck, vorsichtig öffnen

      Rezept-Galerie

      32 Geschmacksrichtungen für die zweite Fermentation — gerechnet je 500 ml fertigen Kombuchas aus der ersten Gärung (Basis: helden-pilz.de). Eine Auswahl filtert, ein Klick auf eine Karte klappt den Mengenrechner auf.

      Wissen

      Was der SCOBY wirklich ist

      Die gummiartige Scheibe ist Zellulose, die von Bakterien gewoben wird — ein Nebenprodukt, kein Organ. Lebendig arbeitet die Kultur überall dort, wo die Flüssigkeit trüb ist. Ein neuer SCOBY wächst bei jeder F1 als dünne Haut an der Oberfläche nach.

      Tee wählen

      Schwarztee ist der Standard — er liefert Koffein und Stickstoff für die Kultur. Grüntee funktioniert, wird milder. Mischungen sind fein. Kräutertees mit Ölen (Pfefferminze, Kamille mit Aroma) schaden der Kultur — lieber weglassen.

      Hotel — Pause für die Kultur

      Wer pausiert, stellt den SCOBY mit etwas Startflüssigkeit in ein sauberes Glas, deckt es mit Tuch ab und lässt es kühl stehen. Die Kultur säuert sich langsam selbst konservieren. Vor der nächsten F1 frisch ansetzen wie gewohnt.

      Alkohol & Koffein

      Hefen erzeugen immer etwas Alkohol — typisch sind Spuren bis ca. 0,5 %. Lange, warme F2-Runden können ihn erhöhen. Koffein bleibt größtenteils im Getränk; wer abends verzichten will, nutzt entkoffeinierten Schwarztee (die Kultur verträgt das gelegentlich).