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Ferment-Wissen · Verwandte Projekte

Spezialprojekte

Ein wilder Ingwer-Starter für Limonaden, der Honig-Cousin des Kombucha und zwei klassische Soda-Rezepte: Diese Projekte nutzen dieselbe Mikrobiologie wie die fünf Haupt-Fermente — nur in eine eigene Richtung getrieben.

Ginger Bug Jun Cola & Root Beer

Ginger Bug — der wilde Limonaden-Starter

Ein Ginger Bug ist eine lebendige Kultur aus geriebenem Ingwer, Zucker und Wasser. Wilde Hefen und Bakterien auf der Ingwerschale bauen den Zucker zu Kohlensäure auf — 50 g dieses Bugs reichen, um eine ganze 1-Liter-Limonade spritzig zu machen. Nach 5–7 Tagen täglicher Fütterung ist er einsatzbereit.

Die vier Stadien im Glas

AngesetztTag 0 — süß, kaum Bläschen
AktivTag 2–3 — sprudelig, scharf-würzig
EinsatzbereitTag 5–7 — stark sprudelnd
ErschöpftTag 8+ — flaut ab, braucht Futter

Starter ansetzen & füttern

Tag 1 bis Einsatz
  1. Tag 1: 1 EL geriebener Bio-Ingwer (mit Schale), 1 TL Rohrzucker und 3 EL chlorfreies Wasser ins Glas. Rühren, mit Tuch abdecken.
  2. Tag 2–7: Täglich dieselbe Ration nachfüttern (Ingwer, Zucker, etwas Wasser) und rühren. Bei 20–24 °C am besten.
  3. Ab Tag 5: Sprudelt er beim Rühren kräftig, ist er einsatzbereit für die erste Limonade.
  4. Nach der Ernte: Restlichen Bug weiterfüttern — er liefert wöchentlich neue Runden.
Pause

Gefüttert hält er im Kühlschrank 1–2 Wochen ohne Pflege. Vor dem nächsten Einsatz einmal bei Raumtemperatur füttern und warten, bis er wieder sprudelt.

Jun — der Honig-Kombucha

Jun funktioniert wie Kombucha — nur mit grünem Tee und rohem Honig statt Schwarztee und Rohrzucker. Die Kultur ist empfindlicher im Ansatz, belohnt es aber mit einem feineren, weniger säuerlichen Getränk.

Tempo & Temperatur

Gärt schneller als Kombucha — fertig ab Tag 3. Mag es kühler: 18–20 °C sind optimal, Zimmertemperatur geht auch.

Alkohol & Druck

Höherer Alkoholgehalt als Kombucha (bis ~5 % möglich) und deutlich mehr Flaschendruck in der F2 — Flaschen kühlen und vorsichtig öffnen.

Honig wählen

Roher, unpasteurisierter Honig. Linden-Honig ist ein sanfter Einstieg, Kastanie intensiv, Manuka der Luxus-Fall. Niemals über 40 °C erwärmen.

Umerziehen geht auch

Einen normalen Kombucha-SCOBY kann man schrittweise auf Honig umstellen — siehe Schema unten. Dauert einige Runden, lohnt sich aber.

In der Spüle öffnen

Jun baut in der Flasche deutlich mehr Druck auf als Kombucha. F2-Flaschen immer über der Spüle öffnen — besonders die ersten Runden, wenn die Drucklage unbekannt ist.

RundeZucker : HonigHinweis
170 : 30Start — die Kultur gewöhnt sich an Honiggeschmack.
280 : 20Honiganteil je Ansatz um ~20 % erhöhen.
350 : 50Beide Seiten gleichberechtigt.
420 : 80Honig dominiert bereits.
50 : 100Reiner Jun-Ansatz — ab hier normale Pflege.

Schema nach fairment.de; schlaraffenwelt.de startet alternativ mit einer 50:50-Runde (~100 g + 100 g je Liter) und wechselt alle 4–5 Tage.

Cola & Root Beer — fermentierte Klassiker

Zwei Projekte für Fortgeschrittene mit funktionierender Basis: Eine selbst gemachte fermentierte Cola mit echten Gewürzen statt Aromen — und ein Root Beer, das der Ginger Bug zum Sprudeln bringt.

Der Cola-Sirup (im Voraus)

Hält Wochen im Kühlschrank
  1. 7X-Aromaöl: 10 g Orangenschale, 10 g Zitronenschale, 4 g Zimt, 1 g Muskatnuss, 1 g Koriandersamen und 4 g getrocknete Bitterorange mörsern. In 70 g Kokosnussöl 10–15 min bei 30–35 °C ziehen lassen, fein filtern.
  2. Karamell-Sirup: 100 g mittelbraunen Zucker karamellisieren, mit 500 g Wasser ablöschen und kurz köcheln. Vom Herd 300 g Zucker und 1 TL Gummi arabicum einrühren, Aromaöl unterrühren, abkühlen.
  3. Fertig: Der Sirup wartet nun auf den fermentierten Teil unten.

Nach: nicostanitzok.de

Cola — Schritt 1: Der Ansatz

F1 · 2–3 Tage
Ansatzvolumen
    Flüssigkeit gesamt
    Separat halten

    Für Cola eigene Kristalle verwenden — der Sirup gehört erst später dazu. Wer seine Kristalle nicht teilen will, setzt einfach eine kleine zweite Kolonie an.

    Cola — Schritt 2: Die Mischung

    F2 · 2 Tage + Kühlung
    Flaschenvolumen
      Flüssigkeit gesamt
      Ablauf

      Sirup unter den fertigen Kefir rühren, in druckfeste Flasche füllen, 2 Tage bei Raumtemperatur fermentieren, dann 1 Tag kühlen. Ohne Gärung: Sirup direkt in Sprudelwasser — sofort trinkbar.

      Druckgefahr

      Karamellzucker treibt die Kohlensäure kräftig an — täglich entlüften.

      Root Beer — metrisch

      ~1 Woche Sprudel
      Batch-Volumen
        Flüssigkeit gesamt
        Ablauf

        Kräuter 60 min ziehen lassen, abseihen, Zucker und Melasse darin lösen, abkühlen lassen. Ginger Bug und Vanille zugeben, in Bügelverschlussflaschen mit 1–2 cm Kopfraum füllen. ~1 Woche bei Raumtemperatur sprudeln lassen — täglich burpen!

        Nach: revolutionfermentation.com · growforagecookferment.com

        Rezept-Galerie

        Alle Rezepte dieser Seite im Überblick — die vier Ginger-Bug-Limonaden (je 1-l-Flasche) und die beiden Jun-Grundrezepte. Ein Klick auf eine Karte klappt den Mengenrechner auf.